Ein Reisebericht vom Marathonlauf in New York:

Gruppenfoto aus New York

Erfolgreicher Saisonhöhepunkt beim New York-Marathon

Den seit langem gehegten Wunsch nach der Teilnahme am New York-Marathon erfüllten sich „Charlies Freunde“ in diesem Jahr.
Die Vorbereitungen und Planungen für dieses Ereignis begannen für Manfred Brandt, TSV Mehedorf, Johann Antons, TSV Glinde-Kornbeck, Alwin Abert und Bernd Lührs, TuS Alfstedt, Herbert Söhl, TSV Ebersdorf und Günter Tiedemann, TSV Hollen, bereits im Dezember des letzten Jahres.
Über einen Marathonreisen-Veranstalter wurden die notwendigen Anmeldeformalitäten (Startplatz!) abgewickelt, neue Reisepässe mit biometrischen Daten mussten beschafft werden.
Am 4. Oktober nutzen Manfred Brandt, Herbert Söhl und Günter Tiedemann den Köln-Marathon sowie Johann Antons den Bremen-Marathon als letzte Vorbereitung für den Lauf in New York.
Die Anreise erfolgte im Direktflug ab Hamburg bereits 3 Tage vor dem Lauf, um die Einwirkungen durch die Zeitverschiebung (6 h Zeitunterschied) zumindest teilweise wieder auszugleichen.
Schon während der Landung gegen Mittag auf dem Flughafen NY Newark und dem Transfer unter anderem durch den Lincoln Tunnel zum Hotel in Manhattan in der Nähe des Central Park wurden die imponierenden Ausmaße dieser Stadt, die „niemals schläft“, erkennbar.
Der Spaziergang am Nachmittag zum Abholen der Startunterlagen im Jacob Javits Convention Center nahe Pier 78 am Hudson River brachte ungewohnte Eindrücke im Hinblick auf Bebauung und Verkehr.
Eine Erkundungstour führte am Freitag zur Fifth Avenue, zum Rockefeller Center und zum Empire State Building. Von dort oben ergaben sich grandiose Aussichten über die gesamte Insel Manhattan mit ihren überwältigenden Bauwerken, den umgebenden Wasserflächen und den angrenzenden Landschaften.
Die geführte Stadtrundfahrt am Nachmittag mit dem Bus verschaffte weitere Eindrücke von den Sehenswürdigkeiten der 8,25 – Millionen – Stadt wie Chinatown, Financial District, Trinity Church, Battery Park und dem gigantischen Baustellenbereich Ground Zero am  World Financial Center.
Der Samstag begann mit einem „Friendship Run“. Hierzu trafen sich ca. 15.000 teilweise bunt kostümierte Läufer an der Dag Hammerskjöld Plaza vor dem UN-Hauptquartier am East River / First Avenue. Die Teilnehmer wurden hier nationenweise von mehreren Repräsentanten der Stadt und den Veranstaltern herzlichst begrüßt. In der Rangliste der ausländischen Teilnehmer nahmen die Niederlande, Italien und Frankreich vor Deutschland die vorderen Plätze ein. Über die United Nations Plaza, 42. Street, Sixth Avenue und Columbus Circle führte die ca. 4 km lange Strecke in den Central Park. Im Zielbereich wurden neue Bekanntschaften geknüpft und interessante Fotos gemacht. Am Nachmittag stand die Pasta Party in der Tavern on the Green an. Auf dem Weg dorthin wurde der Central Park erkundet – eine unbedingt sehens – und erlebenswerte Parklandschaft ungeahnter Faszination. Die Abwicklung der Pasta Party war ein weiteres beeindruckendes Erlebnis – eine ausgezeichnete stressfreie Rundumversorgung trotz der hohen Läuferzahl.
Der Besuch der Halloween-Parade am Abend war für die Zuschauer wegen des einsetzenden Regens kein reines Vergnügen; die vielen kostümierten Umzugs- und Partyteilnehmer ließen sich jedoch den Spaß nicht verderben.
Am Tag des Marathons wurden die Teilnehmer bereits um 5.45 h mit Bussen nach Fort Wadsworth zum Startbereich der Veranstaltung auf Staten Island gebracht. Hier trennten sich zunächst die Wege der hiesigen Teilnehmer, da sie vom Veranstalter unter Berücksichtigung bisher erreichter Zeiten auf die drei verschiedenen Startblöcke verteilt wurden. Die recht lange Wartezeit von ca. 7.00 h bis zum Start der drei Wellen um 9.40 – 10.00 – 10.20 h wurden mit frühstücken, dem Erkunden der Umgebung, dem Knüpfen neuer Bekanntschaften und mit ausruhen verbracht. Erneut bewundernswert, wie auch hier die Versorgung und Betreuung der 43.741 Starter ohne Aufregung abgewickelt wurde.
Vor den jeweiligen Starts der einzelnen Wellen wurde die US-Nationalhymne gesungen, dann intonierte man Frank Sinatras “New York, New York“.
Bei guten äußeren Bedingungen, bedeckt, 11 – 13°, leicht windig, wurde zunächst die eine Meile lange Verrazano-Narrows Bridge über die New York Bay von Staten Island nach Brooklyn überquert. Bereits nach der Brücke bei Meile zwei begann die unbeschreiblich motivierende Unterstützung und der Beifall der Zuschauer; viele Musikgruppen aller Stilrichtungen unterstützten die Läufer auf der gesamten Strecke. Nach der  Halbmarathondistanz bei Meile 13,1 führte die Pulaski Bridge in den Stadtteil Queens, der bis Meile 15,5 durchlaufen wurde. Der East River trennt diesen Stadtteil von Manhattan, die Queensboro Bridge stellt die Verbindung her. In Manhattan führte die Strecke von der 59. Straße von Meile 16 bis ca. 19,5 auf der First Avenue fast schnurgerade nach Norden – ein nicht enden wollendes Läuferfeld wurde auch hier begeistert unterstützt. Von Meile 19,5 bis 21 wurden die Läufer durch die Bronx geführt, der Harlem River zwischen den Stadtteilen wurde zunächst auf der Willis Avenue Bridge und dann auf der Madison Avenue Bridge überquert. In der Bronx fand der Lauf nur wenig Zuschauerinteresse. Zurück in Manhattan ging es von Meile 21 (Harlem) bis fast 24 wieder geradeaus auf der Fifth Avenue – das in der Ferne zu erkennende Empire State Building ergab ein schönes Motiv. Kurz vor Meile 24 bogen die Läufer in den Central Park ein – die Zuschauerunterstützung hier war unbeschreiblich. Die letzte der zahlreichen Getränkestationen, noch einmal die Straße Central Park South, Columbus Circle, wieder in den Park, das Schild „26 mile“, dann wurde nach 26,2 Meilen (= 42,195 km) durch 5 Stadtteile das Ziel erreicht. Folgende Zeiten und Platzierungen wurden bei diesem in allen Punkten herausragenden „40. ING New York City Marathon“ erzielt:

Manfred Brandt                      3:32:41 h, Platz   5849 gesamt /   781 AK 45

Günter Tiedemann                 3:46:04 h, Platz   9587 gesamt /   243 AK 55

Bernd Lührs                            3:58:53 h, Platz 14671 gesamt / 1792 AK 45

Johann Antons                       4:37:18 h, Platz 28094 gesamt /   479 AK 60

Herbert Söhl                           4:41:21 h, Platz 29358 gesamt /   525 AK 60

Alwin Abert                             4:50:10 h, Platz 31892 gesamt /   571 AK 60

Insgesamt beendeten 43.475 Teilnehmer diesen Lauf.

Am Tag nach dem Lauf waren die Finisher in der New York Times mit Zeiten und Platzierungen aufgelistet, ein Kauf der Zeitung war somit zwingend erforderlich. Weitere Besichtigungen und Erkundigungen per Subway und South Ferry schlossen sich bei gutem Wetter an; als Bekleidung waren Finisher-Shirt und Medaille angesagt.
Dienstag Vormittag wurden nochmals der Central Park genossen und die letzten Einkäufe erledigt, an späten Nachmittag trat die Reisegruppe dann den Rückflug an. Pünktlich landete am Mittwoch das Flugzeug in Hamburg. Von einer 1-Personen-Fangruppe wurden die Marathonis mit einer weiteren Siegerplakette empfangen.
Etwas müde, jedoch stolz und voll mit unvergesslichen Eindrücken von der bisher wohl größten, besten und beeindruckendsten Marathonveranstaltung erreichten Charlies Freunde wieder die Heimat; Wiederholung einer Reise nach New York nicht ausgeschlossen…

© Günter Tiedemann

Vielen Dank an Günter Tiedemann für diesen interessanten Bericht !!!